Wuchsmerkmale

 
 

Bodenverhältnisse, Standort, Klima und nicht zuletzt der Mensch beeinflussen das Wachstum eines Baumes. Diese Einflüsse sind auch im Furnier zu sehen.

 
 

Man unterscheidet die folgenden Wuchsmerkmale:

 
 

Wuchsmerkmal

Erklärung

   
Abnormaler Faserverlauf
Verdickungen, Gabelbildungen, Kröpfe, Überwallungen.
   
Astarten

Man unterscheidet zwischen der Grösse und der Beschaffenheit.

Grössen: klein, mittelgross, gross

Beschaffenheit: verwachsen, eingewachsen, gesund, angefault, faul, Durchfallast, Klebast, Stiftast

   
Buchs
Harte Zonen durch Druck- und Zugholz. Einfluss durch Winddruck und Schiefstellung.
   
Bruch Brüche sind quer zur Faserrichtung zusammengedrückte oder zerrissene Holzfasern.
   
Drehwuchs
Die Fasern laufen spiralartig um die Stammachse.
   
Frostriss Frostrisse treten als Folge plötzlicher Temperaturstürze unter den Gefrierpunkt auf. Das Temperaturgefälle führt zu einer ungleichen thermischen Kontraktion der Zellen zwischen kaltem Stammmantel und wärmerem Kern.
   
Harz
Taschenförmige Harzeinschlüsse bei Nadelhölzern und einigen tropischen Harthölzern.
   
Kern
Das Kernholz setzt sich farblich ab; man nennt dieses Phänomen Braunkern, Falschkern, Rotkern, Faulkern, Frostkern.
   
Kropf Kröpfe sind Zellwucherungen (Krebse), die aus einer einmaligen Infektion des Kambiums oder einzelner Knospen hervorgehen.
   
Krummschäftig
Säbelwuchs, Schraubenwuchs, Wellenwuchs.
   
Maser Verursacht durch örtlich gehäufte Knospenanlagen.
   
Mineral, Kalk
Dunkle Flecken und Einschlüsse, verursacht durch die Bodenbeschaffenheit.
   
Noppen
Stiftästchen, je nach Schnittwinkel zum Querschläger werdend.
   
Pyramiden
Verwachsene Astgabeln, z.B. bei Mahagoni, Nussbaum und Ahorn
   
Rindenbrand / Sonnenbrand Werden Bäume mit dünner Rinde plötzlich freigestellt, kann starke Sonneneinstrahlung im Sommer die Rinde überhitzen, das Kambium austrocknen, so dass es abstirbt.
   
Ringschäle Dem Jahrringverlauf folgender Riss, besonders zwischen breiten Jahrringen.
   
Rissbildung
Zerreissen der Fasern durch innere Spannung, verursacht durch Klima, Wind, Frost, Trocknung, Wuchs, unsachgemässe Holzernte.
   
Spannrückig
Stämme mit grobwelliger Oberfläche, das Holz wirft sich.
   
Vogelaugen
Ringförmige Zeichnungen, je nach Grösse auch Ochsenaugen genannt.
   
Wimmer, Riegel

Für die Riegelung und den Wimmerwuchs werden genetische Veranlagungen beziehungsweise stärkere Druck- und Zugbeanspruchungen oberhalb der Wurzelansätze verantwortlich gemacht.

 

 
 

Holzschäden

Zu diesen natürlichen Einflüssen kommen Holzschäden, die der Mensch verursacht, z.B. durch Schnitzen, Drahtzäune, Nägel, Splitter und Kugeln. Weiter gibt es sogenannte Fallschäden, die beim Fällen der Bäume entstehen.  Tiere, Insekten und Pilze verursachen ebenfalls Holzschäden, sie nagen, reissen, hacken, befallen und bohren am stehenden und gefällten Baum.